Tauernhöhenweg [Mehrtagestour] - Übersicht und EtappenBeschreibung der Gesamttour

Der Tauernhöhenweg ist einer der bekanntesten Weitwanderwege in den Hohen und Niedern Tauern. Er beginnt im Osten bei Seckau und endet im Westen bei Kimml. Der Tauernhöhenweg ist Teil des Zentralalpenwegs 02. Hier wird der zentrale Abschnitt in der Ankogel- und Goldberggruppe beschrieben. Dabei handelt es sich um eine hochalpine Mehrtagestour (zum Teil mit Gletscherpassagen und kurzen, versicherten Abschnitten), ein Hütte zu Hütte Trekking, in 8 Etappen, ohne dass man ins Tal absteigen muss. Im Osten betritt der Tauernhöhenweg die Region Hohe Tauern beim Murtörl, eine kleine Scharte mit vielen Kreuzen mitten in der 'Pampa'. Von dort führt er nahe des Tauernhauptkamms bis zum Hochtor an der Großglockner Hochalpenstraße. Es sind verschiedene Zustiege und Abstiege möglich. Neben der Überquerung des Weinschnabels [2754 m], des Hohen Sonnblicks [3106 m] und des Hocharn [3254 m], lässt sich diese Tour auch mit Besteigungen anderer markanter Gipfel 1) kombinieren.
1) Ankogel [3252 m], Gamskarlspitze [2833 m] und Vorderer Geißlkopf [2974 m].
 
Folgende Zustiege im Osten sind denkbar: Die eigentlichen Etappen des Tauernhöhenwegs in der Ankogel-/Goldberggruppe:
  1. Etappe: Murtörl ► Albert Biwak [Strecke: 3.31 km  +271 m  -109 m]
    Albert Biwak (Biwak)
    (das lässt sich mit den Zustiegen von der Tappenkarseehütte, Sticklerhütte oder dem Anstieg von Hüttschlag/Stockham kombinieren)
  2. Etappe: Vom Albert Biwak über den Weinschnabel zur Osnabrücker Hütte [Strecke: 12.26 km  +762 m  -1182 m]
    Osnabrücker Hütte (bewirtete Hütte)
    Von der Schmalzscharte, die unweit, nördlich des Albert Biwaks liegt, geht es hinunter zu dem unteren und oberen Schwarzsee. Danach folgt der unproblematischer Anstieg über die Muritzscharte über Blöcke und grobes Gestein hinauf zum Weinschnabel (2754m), einem schönen Aussichtsberg in die Hohen und Niederen Tauern. Der Abstieg führt in südwestlicher Richtung zunächst zur Marchkarscharte, wo man einen schönen Ausblick in das Schöder- und Großartal hat. Weiter geht es dann steil bergab zum Arlboden am Kölnbreinspeicher, wo sich eine Gedenkstätte für die verstorbenen Arbeiter beim Bau des Kölnbreinspeichers befindet. Von dort dann, ohne große Anstrengung und mit geringem Anstieg, auf dem Fahrweg in südwestlicher Richtung am nördlichen Ufer des Speichersees zur Osnabrücker Hütte.
    Längere Bergtour, die gute Kondition, alpine Erfahrung und Trittsicherheit erfordert. Zwischen den Schwarzseen befindet sich eine versicherte Kletterstelle und beim Abstieg vom Weinschnabel müssen oft Altschneefelder gequert werden.
Von hier sind 3 Varianten denkbar:
  • die 'normal' Variante (so wie im Weiteren beschrieben):
    1. Etappe: Osnabrücker Hütte ► Hannoverhaus [Strecke: 8.16 km  +1075 m  -538 m]
      Hannoverhaus (bewirtete Hütte)
      Von der Osnabrücker Hütte zum Fallboden und dann weiter zur Großelendscharte aufsteigen. Die Großelendscharte ist der Übergang zwischen dem Maltatal und dem Seebachtal bei Mallnitz. Weiter geht es auf dem Tauernhöhenweg Richtung Westen bis zum Hannoverhaus.
    2. Etappe: Hannoverhaus ► Hagener Hütte [Strecke: 14.36 km  +970 m  -1090 m]
      Mindener Hütte (Selbstversorgerhütte), Hagener Hütte (bewirtete Hütte)
      Der Weg verläuft zunächst über den Göttinger Weg und nach der Mindener Hütte (Selbstversorgerhütte) auf dem Hagener Weg (Abschnitte des Tauernhöhenwegs) Richtung Westen. Bis zum Abzweig: Korntauern ist der Wegverlauf unproblematisch. Im nächsten Abschnitt zur Mindener Hütte muss ein steinschlaggefährdeter Abschnitt und eine kurze versicherte Passage (einfach) passiert werden. Nach der Mindener Hütte ist wegen einer kurzen, kritischen Passage eines steilen Schneefelds (oft bis in den Sommer hinein) der Wegabschnitt als schwarzer Weg eingestuft. Nach dieser Passage ist der weitere Weg zur Hagener Hütte unproblematisch.
      Alpine Erfahrung und Trittsicherheit sind erforderlich.
    3. Etappe: Hagener Hütte ► Duisburger Hütte [Strecke: 9.36 km  +768 m  -625 m]
      Dr.-Rudolf-Weißgerber-Biwak (Biwak), Duisburger Hütte (bewirtete Hütte)
      Von der Hagener Hütte zunächst nach Südwesten den Tauernhöhenweg folgen. Nach knapp der Hälfte der Strecke steigt der Weg steiler zur Feldseescharte und dem nahegelegene Weißgerber Biwak (nur Notunterkunft) auf. Nach Süden hat man in diesem Abschnitt schöne Ausblicke in das Tauerntal bis hinunter nach Mallnitz oder nach Osten zum Ankogel und zur Hochalmspitze. Nach dem Weißgerber Biwak geht es ein kurzes Stück steil hinunter und der Ausblick öffnet sich nach Westen (bis hin zum Sonnblick) und hinunter ins Fraganter Tal mit seinen Stauseen. Dann geht es weiter Richtung Nordwesten, größtenteils über Blockgelände, bis man schließlich die Duisburger Hütte erreicht.
  • für Gipfelstürmer:
    1. Etappe: Osnabrücker Hütte - Ankogelüberschreitung - Hannoverhaus [Strecke: 9.86 km  +1379 m  -842 m]
      Hannoverhaus (bewirtete Hütte)
      Von der Osnabrücker Hütte über den Tauernhöhenweg in den Fallboden aufsteigen. Dort dann den Weg 539 Richtung Kleinelendtal nehmen, bis man zu der Abzweigung für den Ostaufstieg zum Gipfel Ankogel [3252 m] über das Kleinelendkees kommt. Über das Kleinelendkees und den Nordostgrat erreicht man dann den Hauptgipfel des Ankogel. Richtung Südwesten geht es dann über den kleinen Ankogel und dem Lassacher Kees hinunter zum Hannoverhaus [2.719 m].
      Autoren: Sepp Kendler, Joachim Benz
    2. Etappe: Hannoverhaus ► Mindener Hütte [Strecke: 6.96 km  +385 m  -514 m],
      Von der Minderner Hütte auf die Gamskarlspitze [Strecke: 2.75 km  +471 m  -66 m]
      Mindener Hütte (Selbstversorgerhütte)
    3. Etappe: von der Mindener Hütte über die Hagener Hütte und den Vorderen Geißlkopf zur Duisburger Hütte [Strecke: 17.03 km  +1568 m  -1433 m]
      Hagener Hütte (bewirtete Hütte), Dr.-Rudolf-Weißgerber-Biwak (Biwak), Duisburger Hütte (bewirtete Hütte)
      Von der Mindener Hütte dem Tauernhöhenweg nach Westen bis zur Hagener Hütte folgen. Von dort führt der Aufstieg zum Vorderen Geißlkopf nach Südwesten. Vom Geißlkopf in die Scharte Richtung Hinterer Geißlkopf und dann weiter zur Feldseescharte absteigen. Der letzte Abschnitt der Tour folgt wieder dem Tauernhöhenweg zur Duisburger Hütte.
  • für Talfreunde, die sich auch mal ein Tag Rast gönnen wollen:
    1. Etappe: Osnabrücker Hütte - Schwussner Hütte - Stappitzersee - Mallnitz [Strecke: 17.53 km  +981 m  -1822 m]
    2. Aufenthalt in Talort Mallnitz
    3. Etapppe: Mallnitz - Jamnigalm - Feldseescharte - Duisburger Hütte [Strecke: 16.82 km  +1997 m  -637 m]
      Dr.-Rudolf-Weißgerber-Biwak (Biwak), Duisburger Hütte (bewirtete Hütte)
Weiter geht es dann:
  1. Duisburger Hütte ► Zittelhaus/Sonnblick [Strecke: 8 km  +1110 m  -615 m]
    Rojacher Hütte (bewirtete Hütte), Zittelhaus (bewirtete Hütte)
  2. Zittelhaus/Hoher Sonnblick - Hocharn - Otto Umlauft Biwak [Strecke: 6.21 km  +698 m  -818 m]
    Otto-Umlauft-Biwak (Biwak)
  3. Etappe: Otto Umlauft Biwak - Großglockner Alpenstraße (Südportal)
Am Hochtor bei der Großglockner Hochalpenstraße verläßt der Tauernhöhenweg die Goldberggruppe. Auch bei den Abstiegen gibt es mehrere Varianten: Betrachten Sie diesen Tourenvorschlag nicht als starres Rezept, sondern als Anregung, um aus der Vielzahl der Möglichkeiten, eine Tour nach Ihren Wünschen und Fähigkeiten zusammen zu stellen. Benutzen Sie dazu unseren interaktiven Tourenplaner. Um die Reisemöglichkeiten zu finden, um vom Endpunkt wieder zum Ausgangspunkt Ihrer Tour zu kommen, oder umgekehrt, steht Ihnen unser Verkehrsinformationssystem Öffis Hohe Tauern zur Verfügung.

Interessante Links:

Ausgangspunkt: Murtörl   Endpunkt: Hochtor/Südportal
Via: Weinschnabel, Hoher Sonnblick/Zittelhaus, Hocharn
Hütten/Biwaks/Berggasthöfe/Campingplätze: Albert Biwak, Osnabrücker Hütte, Hannoverhaus, Mindener Hütte, Hagener Hütte, Dr.-Rudolf-Weißgerber-Biwak, Duisburger Hütte, Rojacher Hütte, Zittelhaus, Otto-Umlauft-Biwak
Talort(e): Malta, Muhr, Kleinarl, Mallnitz, Heiligenblut
Mehrtagestour -- Dauer: 41 h 53 min  Strecke: 69.12 km  +6014 m  -5863 m

mögliche Alternativen oder Fortsetzungen:

Alternative: Tauernhöhenweg: einfache Variante, Teil I
Das ist der erste Teil einer einfacheren Variante des Tauernhöhenweges, der vom Kölnbreinspeicher über die Großelendscharte zur Talstation der Ankogelbahn führt. Von dort mit dem Bus nach Mallnitz.
  1. Etappe: Kölnbreinspeicher Staumauer ► Osnabrücker Hütte [Strecke: 8.15 km  +440 m  -317 m]
    Osnabrücker Hütte (bewirtete Hütte)
  2. Etappe: Osnabrücker Hütte - Großelendscharte -Schwussner Hütte - Talstation: Ankogelbahn [Strecke: 13.94 km  +857 m  -1627 m]

Mehrtagestour -- Dauer: 11 h 47 min  Strecke: 22.09 km  +1298 m  -1945 m
Wegbeschreibung

Alternative: Tauernhöhenweg: einfache Variante, Teil II
Das ist der zweite Teil der einfachen Variante des Tauernhöhenwegs. Von Mallnitz mit dem Wandertaxi zum Parkplatz: Jamnigalm und dann:
  1. Von der Jamnigalm zur Duisburger Hütte [Strecke: 10.93 km  +1425 m  -548 m]
    Dr.-Rudolf-Weißgerber-Biwak (Biwak), Duisburger Hütte (bewirtete Hütte)
  2. Duisburger Hütte - Fraganter Scharte - Kolm Saigurn [Strecke: 8.47 km  +477 m  -1416 m]
    Schutzhaus Neubau (bewirtete Hütte), Kolm Saigurn (bewirtete Hütte)

Mehrtagestour -- Dauer: 13 h 09 min  Strecke: 20.31 km  +1911 m  -1975 m
Wegbeschreibung

Schema der Tour

© Tauernhöhenwege.org


Ihre individuelle Tour können Sie mit dem Tauernhöhenwege Tourenplaner zusammenstellen.
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